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Beikost

Beikost starten: Wann ist mein Baby bereit?

13. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit

Dein Baby schaut fasziniert auf deinen Teller. Es verfolgt die Gabel mit den Augen, leckt sich die Lippen – und sitzt inzwischen ganz gut. Ist es so weit – Zeit für Beikost? Diese Zeichen sind tatsächlich gute Hinweise, dass dein Baby bereit ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die WHO empfiehlt, bis etwa 6 Monate ausschließlich zu stillen oder Säuglingsnahrung zu geben. Die ESPGHAN (Europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung) gibt eine klare Spanne: nicht vor der vollendeten 17. Lebenswoche, nicht nach der vollendeten 26. Lebenswoche. Die meisten Babys starten also irgendwann zwischen 5 und 7 Monaten – und das ist in Ordnung.

Das genaue Alter ist weniger wichtig als die Zeichen der Bereitschaft.

Zeichen der Bereitschaft

Dein Baby ist wahrscheinlich bereit, wenn es: mit etwas Unterstützung sicher sitzen kann, den Kopf stabil hält, Interesse an Essen zeigt (schaut zu, greift nach dem Essen), und den Zungenstreckreflex verloren hat – das bedeutet, es streckt Essen nicht mehr automatisch aus dem Mund heraus.

Zahnen allein ist kein Zeichen für Bereitschaft. Manche Babys zahnen früh, sind aber noch nicht bereit. Manche starten ohne sichtbare Zähne bestens mit Beikost.

Führe neue Lebensmittel einzeln ein – am besten mit ein paar Tagen Abstand. So erkennst du leichter, wenn dein Baby auf etwas reagiert.

Klassischer Beikostplan oder Baby-led Weaning?

Der klassische deutsche Beikostplan beginnt mit einem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, dann folgt ein Milch-Getreide-Brei und ein Getreide-Obst-Brei. Baby-led Weaning (BLW) setzt dagegen von Anfang an auf weiche Fingerfood – das Baby greift, kaut und entscheidet selbst. Beide Ansätze funktionieren gut. Viele Familien kombinieren sie.

Wichtig bei beiden: eisenreiche Lebensmittel früh einführen – etwa Fleisch (auch als Püree), Linsenbrei oder angereicherte Getreidebreie. Eisen wird nach dem 6. Monat zur wichtigen Ernährungsquelle, da die Geburtsreserven aufgebraucht sind. Welche Lebensmittel besonders viel Eisen liefern, erfährst du im Artikel Eisen für Kleinkinder.

Texturen: früh üben lohnt sich

Laut einer Studie von Coulthard und Kollegen haben Kinder, die spät an Stückchenessen gewöhnt wurden (nach dem 9. Monat), mit 7 Jahren häufiger Schwierigkeiten mit fester Kost. Es lohnt sich, relativ früh – um den 7.–8. Monat – von glattem Brei zu weich-stückigen Texturen überzugehen, auch wenn es anfangs unordentlich wird.

Wann zum Kinderarzt?

Wenn dein Baby mit 7 Monaten noch kein Interesse an fester Nahrung zeigt, stark würgt oder Schluckprobleme hat – sprich mit deinem Kinderarzt. In den meisten Fällen ist alles normal, aber manchmal ist eine kurze Beratung hilfreich. Was dein Baby in dieser Phase noch nicht essen sollte, findest du in unserem Artikel Was darf mein Baby nicht essen?

Begriff kurz erklärt

Zungenstreckreflex: Ein angeborener Reflex, bei dem Babys Fremdkörper aus dem Mund herausstoßen. Er schützt Neugeborene vor Erstickung und bildet sich um den 4.–6. Monat zurück – ein Zeichen für Beikost-Bereitschaft.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Bedenken wende dich an deinen Kinderarzt.
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Quellen
  • WHO (2023). Complementary feeding of infants and young children 6–23 months of age. World Health Organization. ISBN 978-92-4-007515-5. who.int.
  • ESPGHAN Committee on Nutrition (2017). Complementary Feeding: A Position Paper by ESPGHAN. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 64(1):119–132.
  • Kersting M et al. (2021). Guidelines for infant nutrition in Germany. Ernährungs Umschau 68(6):110–116.
  • Netzwerk Gesund ins Leben (2022). Handlungsempfehlungen zur Ernährung von Säuglingen. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). gesund-ins-leben.de.
  • Coulthard H, Harris G, Emmett P. (2010). Delayed introduction of lumpy foods affects child food acceptance at 7 years. Matern Child Nutr. 6(3):235–245.